IM SCHLIMMSTEN FALL WIRD DIE EINREISE VERWEIGERT: SIMPLER REISEPASS-FEHLER KANN IM URLAUB JEDEM PASSIEREN

Vorsicht vor Unachtsamkeit

Im schlimmsten Fall wird die Einreise verweigert: Simpler Reisepass-Fehler kann im Urlaub jedem passieren

Schon vor dem Urlaub werden mitunter die Ausweisdaten erfragt. Ein Fehler kann teuer werden. Indem man entweder vor Ort abgewiesen wird oder erst gar nicht an Bord darf.

Kassel – Die Koffer sind gepackt, der Reiseproviant gekauft und eigentlich ist alles abflugbereit. Der Online-Check-in wurde selbstverständlich auch längst erledigt. Und dann der Schock am Flughafen: aus dem Urlaub wird nichts. Nicht etwa, weil der Flug kurzfristig storniert wurde oder das Personal streikt, sondern weil man sich selbst einen dicken Patzer geleistet hat. Die vorab durchgegebenen persönlichen Daten stimmen nicht. Es lauert nämlich eine fiese Verwechslungs-Falle im Reisedokument.

Genau hinschauen bei den persönlichen Daten – ansonsten droht im Urlaub Ärger

Wer mit dem Flugzeug verreist, muss oftmals die persönlichen Daten vorab durchgeben. Etwa, um schon von zu Hause einzuchecken. Zum Beispiel weil der Check-in am Flughafen sündhaft teuer ist, wie etwa bei der Billigairline Ryanair. Oder um ein Visum zu beantragen. Für Flüge in die USA müssen sie zudem der US-Transportsicherheitsbehörde (TSA) durchgegeben werden, die dann mit den internationalen Watchlisten verglichen werden.

Benötigt wird auch zwingend die Dokumentennummer. Und obwohl von einer „Nummer“ die Rede ist, kann die einzigartige Kennzeichnung des jeweiligen Ausweises sowohl aus Nummern als auch aus Buchstaben bestehen. Wie das Bundesministerium des Innern und für Heimat aufklärt, muss die Kombination sogar mindestens einen Buchstaben enthalten.

Blöderweise sehen sich die Null und das O mitunter zum Verwechseln ähnlich – jeder, der in der Schulzeit mit dem Taschenrechner herumgealbert hat, weiß das. Eins wie‘s andere ist es im Ausweis aber mitnichten. Eine Verwechslung kann teuer werden oder einem reichlich unnötigen Ärger einbringen, wie die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung aufklärt.

Gedächtnisstütze für Reisende: Buchstabe O ist nie Bestandteil der Passnummer

Denn an den Flughäfen werden die Daten abgeglichen. „Im schlimmsten Fall kann dieser Fehler dazu führen, dass das Boarding oder die Einreise verweigert wird“, sagt Iwona Husemann, Reiserechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Damit der Urlaub also nicht futsch ist oder man teuer einen alternativen Flug buchen muss, sollte man genau hinschauen. Es gibt aber auch ein paar Tricks, die helfen. Denn für deutsche Ausweise und Pässe gelten bestimmte Regeln.

Die mit Abstand wichtigste: Ein O ist anders als die Null niemals Bestandteil der Reisepassnummer. Um sinntragende Wörter zu vermeiden und Verwechslungen von Buchstaben zu vermeiden, werden in Dokumenten niemals Vokale genutzt. Auch auf einige Konsonanten wird verzichtet. Folgende Buchstaben kommen in Ausweisnummern von Reisepässen oder dem Personalausweis nicht vor:

  • A
  • B
  • D
  • E
  • I
  • O
  • Q
  • S
  • U

Quelle: Bundesministerium des Innern und für Heimat

Außerdem beginnen Dokumentennummern immer mit einem Buchstaben, informiert die Bundesbehörde. In Ausnahmefällen können Nummern von Pässen oder Ausweisen, die vor dem 1. November ausgestellt wurden, auch ausschließlich Buchstaben enthalten. Seit dem 1. November 2021 wird allerdings bei neu ausgestellten Reisepässen auch die Zahl 0 nicht mehr verwendet, um Verwechslungen noch sicherer auszuschließen, heißt es vonseiten des Bundesministeriums. Manchmal fällt allerdings auch der Flug ganz ohne eigenes Verschulden ins Wasser – in besonders kuriosen Fällen etwa, weil der Pilot zu angeschickert ist, um abzuheben.

Perso oder Reisepass – Vorsicht vor Ausnahmen bei der Einreisebestimmung

Zugegeben: wer innerhalb Europas reist, wird vermutlich den Personalausweis nutzen statt des Reisepasses. Doch auch dessen Dokumentennummer wird mitunter benötigt. Beispielsweise für den Online-Check-in. Einen Hinweis, dass ein Fehler vorliegen könnte, bekommen Reisende dabei nicht. Für die Ausweisnummer des Personalausweises gelten jedoch dieselben Regeln wie für den Reisepass.

Doch Vorsicht: Bei einigen innereuropäischen Flügen wird ein Personalausweis nicht akzeptiert. Seit dem Brexit kommt man ohne Reisepass nicht mehr durch die Grenzkontrollen von England, Schottland, Wales oder Nordirland (Vereinigtes Königreich). Wohingegen man beispielsweise Tunesien, Türkei oder Ägypten auch mit einem Perso bereisen kann, obwohl sie außerhalb Europas liegen. Allerdings gelten für die letzten beiden Länder mitunter gesonderte Sicherheitsbedenken. Welche Einreisebestimmungen gelten sowie Informationen zur Sicherheit finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. (rku)

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